SCHULTERVERLETZUNGEN
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers und an allen Armbewegungen beteiligt. Daher ist die Schulter täglich starken Belastungen ausgesetzt. Erkrankungen und Verletzungen der Schulter beeinträchtigen somit ganz besonders die alltäglichen Bewegungsabläufe.
Das Schultergelenk ist nicht nur eines der größten, sondern subjektiv auch eines der wichtigsten Gelenke des Körpers, denn es ist an sehr vielen Bewegungen des Alltages beteiligt. Eine gesunde Schulter trägt entscheidend zur ungestörten Funktionalität der oberen Extremität bei. Kommt es an der Schulter zu Schmerzen, so werden alltägliche Bewegungsabläufe wie das Zuknöpfen einer Bluse oder der Griff ins Bücherregal zum Problem.
  • DER OBERARMKOPF DREHT UND
    GLEITET IN DER PFANNE (ROLL-GLEIT-BEWEGUNG)

  • DIE ROTARTORENMANSCHETTE
    STEUERT DIESE ROLL-GLEIT-BEWEGUNG
    und die kapsel begrenzt sie
  • SCHON DAS ANHEBEN EINER KAFFEETASSE
    VERURSACHT EINE KRAFT VON BIS ZU 20 KG
    IN DER SCHULTERPFANNE
MEINE SCHWERPUNKTE
Impingement
Rotatorenmanschettenriss
SLAP-Syndrom
Schulterluxation
AC-Gelenk
Als Impingementsyndrom wird ein Engpass-Syndrom verstanden. Hier werden mehrere Krankheitsbilder zusammengefasst, die auf einer Einklemmung eines Muskels oder Sehne zurückzuführen sind. Wiederholte Belastungen vor allem über Kopfniveau können die Entstehung eines Impingements begünstigen. Betroffen sind neben Sportlern aber auch Menschen im Büroalltag oder Haushalt.

Es entsteht ein Teufelskreislauf - die Schmerzen führen zu einer reflektorischen Anspannung der Muskulatur und einer gestörten Biomechanik. Dieser veränderte Bewegungsablauf führt wiederum zur Verstärkung der Entzündung und der Schmerzen. Die Beweglichkeit der Schulter nimmt stets ab.

Die Behandlung kann konservativ mit entzündungshemmenden Medikamenten, Stoßwelle oder Kortison-Injektionen erfolgen. Begleitend sollten physiotherapeutische Maßnahmen ergriffen werden. Sollte die konservative Therapie nicht erfolgreich sein, kann eine operative Therapie die Schmerzen auf lange Sicht lindern. Vor allem knöchern verursachte Engpässe können minimal invasiv durch arthroskopische Maßnahmen dauerhaft behoben werden.
Unter dem Begriff der Rotatorenmanschette wird eine Gruppe aus vier Muskeln zusammengefasst, welche maßgeblich an der Bewegung der Schulter beteiligt sind. Eine Schädigung dieser Muskeln und Sehnen kann akut durch einen Unfall entstehen oder sich langsam degenerativ entwickeln.

Je nach Ausmaß der Verletzung, Anatomie und Vorliegen von zusätzlichen Veränderungen, können die Beschwerden stark variieren: im Normalfall führt ein kompletter Riss der Sehnen zu einem Kraft- und Bewegungsverlust der Schulter. Teilrupturen, vor allem solche die durch ein Impingement bedingt werden, sind meist durch starke Schmerzen bei gut erhaltener (jedoch schmerzvoller) Beweglichkeit gekennzeichnet.

Große oder vollständige Rupturen des aktiven Patienten werden im Regelfall operiert, wobei die Rekonstruktion arthroskopisch durchgeführt wird. Liegen nur kleine oder inkomplette Risse der Rotatorenmanschette vor, kann eine konservative Behandlung mittels Schmerztherapie, Physiotherapie oder sogar Eigenbluttherapie erfolgen. Die Rissgröße und Form alleine bestimmt nicht die Operationsindikation - vielmehr muss auf die Anforderungen des Patienten bzw. weitere individuelle Faktoren (Zustand der Muskulatur, Arthrose, Alter, etc.) eingegangen werden.
Eine SLAP-Läsion im Bereich der Schulter kann durch einen Unfall bedingt sein (z.B. bei einer Schulterluxation oder durch unerwarteten Zug auf die vorgespannte Bizepssehne). Aber es kann auch durch chronische Überbelastungen verursacht werden. Vor allem wiederholte intensive Belastung der Schulter (Überkopf-Belastungen) können zur Entstehung einer SLAP führen.

Bei der SLAP-Läsion handelt es sich einfach gesagt, um eine Verletzung des Labrum-Bizepssehnen-Komplex im Bereich der oberen Gelenklippe, wo die Sehne des langen Bizepsmuskels befestigt ist.

Da die Symptome stark variieren können und auch die Abklärung mittels MRT oft keinen eindeutigen Befund ergibt, wird bei vielen SLAP-Patienten die Diagnose häufig erst verzögert gestellt. Eine Arthro-MRT erhärtet oft den Verdacht, wenn die Klinik nicht eindeutig ist.

Je nach Patientenanforderung, Schmerzausprägung oder Befund kann eine konservative Therapie zielführend sein. Bringt diese keine Besserung, so ist eine Operation erforderlich. Hier sind sowohl die SLAP-Refixation als auch die Tenodese (Refixation der Bizepssehne an einer nicht anatomischen Stelle), bzw. Tenotomie (Durchschneiden der Bizepssehne) die gängigsten Verfahren.
Schulterluxationen können habituell auftreten. Oft liegt jedoch eine traumatische Verrenkung nach einem Unfall vor. Vorschäden können eine erneute Luxation begünstigen.

Die Schulter ist das häufigste von einer Luxation betroffene Gelenk. Je nach Anamnese, Patientenalter und  Anforderung, Begleitverletzung und anatomischer Prädisposition ist eine konservative bzw. operative Therapie ratsam. Bei einer traumatischen Luxation ist in der Regel von einer Weichteilverletzung (Labrum, Kapsel, Bänder) auszugehen, welche unbehandelt eine Reluxation begünstigen würde. In diesem Fall kann minimal-invasiv der Labrumkomplex refixiert werden. Liegt bereits ein Knochendefekt vor, so kann je nach Ausmaß ein knöcherner Aufbau der Gelenkspfanne notwendig sein.

Nach Luxation sollte rasch die Reposition sowie standardmäßige Bildgebung mittels Röntgen erfolgen. Im Regelfall sollte zeitnah eine MRT bzw. Arthro-MRT Untersuchung durchgeführt werden.
Beschwerden des AC-Gelenkes (Schultereckgelenk) können degenerativ im Rahmen einer Arthrose entstehen. Je nach Ausprägung können konservative Maßnahmen zielführend sein. Kommt es zu keiner Besserung, kann das Gelenk arthroskopisch reseziert (entfernt) werden. Auch unfallbedingte Verletzungen des Schultereckgelenkes kommen vor. Häufig durch einen Sturz (z.B. vom Fahrrad) verursacht, kommt es zu Zerrungen oder Bandrupturen in diesem Bereich. Je nach Ausprägung kommt es zur einer Instabilität im AC-Gelenk. In solch einem Falle ist zeitnahes Handeln erforderlich, um mittels einer Operation wieder stabile Verhältnisse erreichen zu können.

Je nach Ausmaß der Verletzung und Instabilität kann eine konservative Therapie ausreichend sein. Liegt zur vertikalen auch eine horizontale Instabilität vor, so wird meist die Indikation zur operativen Rekonstruktion gestellt.
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BEHANDLUNGSMETHODEN
  • Stoßwellentherapie
    Die Stoßwellentherapie wird zur Behandlung von Schmerzsyndromen, Muskel- und Bandverletzungen, Verspannungen und diverser anderer Beschwerden eingesetzt.
    In der Ordination stehen die modernsten Geräte der Firma „Storz Medical“ zur Verfügung, welche sowohl die radiäre als auch die fokussierte Stoßwellentherapie ermöglichen. Die Stoßwellentherapie entfaltet ihre Wirksamkeit in der Tiefe und bündelt ihre Energie im Zentrum des Schmerzpunktes. Die Eindringtiefe der Impulse kann dabei an das zu behandelnde Gewebe angepasst werden und wirkt unmittelbar vor Ort. Die Hauptindikationen sind u.a. der plantare Fersensporn, Tennis- und Golfellenbogen, Überlastungssyndrome am Kniegelenk und die Achillessehnenreizung.
  • Infiltration (Hyaluronsäure)
    Bei akuten Schmerzen bietet eine Infiltration rasche Hilfe. Je nach Pathologie können Schmerzmittel direkt in die betroffenen Stellen (Muskeln, Bänder, Nerven oder Gelenke) eingebracht werden. Zudem besteht die Möglichkeit die Infiltration mit anderen Medikamenten (z.B. Kortison) zu kombinieren. Hyaluronsäurepräparate sind fester Bestandteil der Arthrosetherapie und ermöglichen häufig eine Beschwerdebesserung oder sogar die Vermeidung einer Operation (bzw. Verzögerung den Eingriffs). Die qualitativ hochwärtigen Präparate von „Haemopharm“ ermöglichen eine Therapie auf höchstem qualitativen Niveau.
  • EIGENBLUTTHERAPIE
    Die Eigenbluttherapie mittels ACP (=Autologem Conditioniertem Plasma) hat - bei bestimmten Indikationen - bereits Einzug in die niedergelassenen Ordinationen gehalten. Die „IMPACT- Plattform“ für autologe Zelltherapien ermöglicht zahlreiche Therapieansätze. Nach einer Blutabnahme kann durch dieses System in der Ordination nicht nur ACP hergestellt werden, sondern Blutprodukte (Orthobiologics) verschiedener Zusammensetzung. So kann auf die individuellen Therapiebedürfnisse des Patienten eingegangen werden.
  • Operativer Eingriff
    Konservative Therapie hat ihre Grenzen. Es werden immer Vor– und Nachteile der konservativen und operativen Behandlungsoptionen erläutert. Ist eine Operation notwendig, dann wird diese wenn möglich minimal-invasiv in arthroskopischer Technik durchgeführt. Ziel ist es, immer die zugrundeliegende Pathologie zu behandeln ohne durch die Operation einen zusätzlichen Schaden zu verursachen.

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HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN
Impingement

Was bedeutet das?

Als Impingement versteht sich ein Engpass-Syndrom. Hier kommt es zur schmerzhaften Einengung bzw. Einklemmung einer Sehne unter dem Schulterdach.

Wie entsteht ein Impingementsyndrom?

Unabhängig davon, ob Sie Leistungssportler sind oder Ihren Alltag im Büro verbringen: das Impingementsyndrom kann jeden treffen. Häufig tritt es bei Überlastung des Schulter-Nacken-Bereichs auf, egal ob bei sportlichen Aktivitäten oder aufgrund einer falschen Körperhaltung bei der Arbeit. Zusätzlich können andere Faktoren (z.B. eine Rotatorenmanschettenläsion oder der Verschleiß des Schultereckgelenks) die Entstehung begünstigen.

Muss ein Impingement Syndrom operiert werden?

Wenn im MRT keine operationspflichtigen Veränderungen sichtbar sind, dann können durch Physiotherapie und begleitende Maßnahmen (Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, Infiltrationen, Stoßwelle) gute Erfolge erzielt werden. Bei frustraner konservativer Therapie, kann -insbesondere bei Vorliegen knöcherner Engpässe - mittels arhroskopischer Operation schnelle Besserung erreicht werden.
Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis)

Wie entsteht eine Schleimbeutelentzündung?

Eine sogenannte Bursitis subacromialis entsteht in den meisten Fällen durch wiederholte Reizung des Schleimbeutels, z.B. im Rahmen eines Impingementsyndroms. Diese chronischen Mikrotraumen führen zu einer Entzündungsreaktion und zu einer Proliferation der Synovialzellen: es wird vermehrt Kollagen und Flüssigkeit produziert. Schlussendlich kann es auch zu Kalkbildung kommen. Diese Entzündung verursacht Schmerzen, die bis zu einer vollkommenen Bewegungseinschränkung der Schulter führen kann.

Wieso hat man Nachts Schmerzen?

Einerseits fördert die Wärme im Bett die Entzündungsreaktion, so dass die Schmerzen Nachts zunehmen können. Andererseits bewirkt die Schwerkraft, dass tagsüber der Arm nach unten zieht. Der gereizte Schleimbeutel wird somit nicht direkt belastet und die Schmerzen sind weniger. Wird die Schulter bewegt und der Arm angehoben, so kommt es zunehmend zu einer mechanischen Kompression des Schleimbeutels und somit zu Schmerzen. Nachts drückt der Oberarmkopf in der Liegeposition auf das Schulterdach und auf den schmerzhaften Schleimbeutel.
Sehenentzündung

Was kann ich dagegen tun?

In der akuten Phase sollte die Schulter geschont werden. Weiters kann Kühlung und die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten bzw. eine Infiltration schnelle Besserung verschaffen. Je nach MRT und klinischem Befund dann durch Physiotherapie eine gestörte Biomechanik verbessert oder manche Formen des Impingementsyndroms behandelt werden.
Sehnen- & Rotatorenmanschettenriss

Muss ein Riss der Rotatorenmanschette operiert werden?

Je nach Ausmaß der Verletzung, Anatomie und Vortliegen von Begleitveränderungen können die Beschwerden stark variieren: im Normalfall führt ein kompletter Riss der Sehnen zu einem Kraft- und Bewegungsverlust der Schulter. Teilrupturen, vor allem solche die durch ein Impingement bedingt werden, sind meist durch starke Schmerzen bei erhaltener (jedoch schmerzhafter) Beweglichkeit gekennzeichnet.

Große oder vollständige Rupturen des aktiven Patienten werden im Regelfall operiert, wobei die Rekonstruktion arthroskopisch erfolgt. Liegen nur kleine oder inkomplette Risse der Rotatorenmanschette vor, kann eine konservative Behandlung mittels Schmerztherapie, Physiotherapie oder sogar Eigenbluttherapie erfolgen. Die Rissgröße und Form alleine bestimmt nicht die Operationsindikation - vielmehr muss auf die Anforderungen der Patienten bzw. Begleitfaktoren (Zustand der Muskulatur, Arthrose, Alter, etc.) eingegangen werden.

Womit muss ich bei einer Rotatorenmanschettenoperation rechnen?

Wird die Indikation zur operativen Rekonstruktion der Rotatorenmanschette gestellt, so sollte der Zeitpunkt der Operation optimalerweise mit privatem und beruflichem Leben abgestimmt werden. Kaum ein anderes Verfahren erfordert postoperativ ein vergleichbar hohes Maß an Patientenmitarbeit. Unmittelbar nach der Operation wird die Schulter für 6 Wochen in einem Abduktionskissenverband ruhigegestellt. Aus diesem heraus darf unter physiotherapeutischer Anleitung geübt werden.

Kann ich meinen Arm danach wieder frei bewegen?

Das Ausmaß der Sehnenverletzung und begleitende Faktoren (z.B. fettige Degeneration) bestimmen großteils das zu erwartende Ergebnis. Sind die Voraussetzungen gut, dann kann mit einer guten Beweglichkeit postoperativ gerechnet werden.
Schulterluxation

Muss eine Schulterluxation operiert werden?

Erstmalige traumatische Luxationen ohne im MRT vorliegende Begleitverletzungen, können konservativ mittels Physiotherapie therapiert werden.

Besteht das Risiko für eine erneute Luxation?

Bereits nach der ersten Schulterluxation ist das Risiko für ein neuerliches Ereignis erhöht. Insbesondere bei Vorliegen einer Gelenkslippenverletzung (Labrum) ist das Risiko patientenabhängig deutlich erhöht, so dass eine Operation indiziert sein kann. Ein solcher Eingriff ist ein Versuch die Schulter dauerhaft zu stabilisieren.

Brauche ich ein MRT?

Jedes Luxationsereignis kann Verletzungen an Knorpel, Knochen, Sehnen und Bändern verursachen und sollte mittels Bildgebung abgeklärt werden. Hier hat sich das Arthro-MRT als Verfahren der Wahl durchgesetzt.
AC-Gelenk

Muss ich eine AC-Gelenksluxation bzw. AC-Arthrose operieren lassen?

Traumatische AC-Gelenksverletzungen sollten ab einem gewissen Schweregrad operativ stabilisiert werden. Eine genaue Diagnostik und spezielle Röntgentechniken sind notwendig, um die Notwendig einer Operation zu erkennen. Zu beachten ist das ca. 2-wöchige Zeitfenster, das zur Versorgung einer operationswürdigen Schultereckgelenksverletzung respektiert werden sollte.

Eine AC-Gelenksarthrose kann gut konservativ therapiert werden. Kommt es zu keiner Besserung bzw. verursachen die knöchernen Anbauten am AC-Gelenk bereits eine Irritation der (darunter verlaufenden) Rotatorenmanschette, so kann die Indikation zur Operation gestellt werden.
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